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ACHTUNG wir sind umgezogen in die Breitestr. 30 in der Altstadt Teltow.

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Termine

11.12.2016 - 14 bis 18 Uhr - Teltower Weihnachtsmarkt in der Altstadt - unser Büro ist geöffnet - schauen Sie vorbei - wir freuen uns


Wer wissen will, was auf uns mit Eröffnung des  BER zukommt - unser Tipp:

BBBTV - Schrei nach Ruhe

60 Mio. Passagiere bei Fraport
Ist das die Zukunft des BER?
Wie lebt man mit pausenlosem Fluglärm?
Was tun die Betroffenen dagegen?
Was sagt Stéphane Hessel?
Die 150. Montagsdemo bei FRA ist der Anlass für unseren Bericht.


Information & Presseschau

Brief an Frau Pop und Herrn Dr. Lederer 22.11.2016 - Nachtflugverbot 22 - 6 Uhr am BER

Sehr geehrte Frau Pop, sehr geehrter Herr Dr. Lederer, sehr geehrte Damen und Herren der Landesvorstände,

in der Koalitionsvereinbarung „Berlin gemeinsam gestalten. Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen“ zwischen den Berliner Landesverbänden von SPD, Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen für die Legislaturperiode 2016-2021 heißt es auf Seite 45

"Für die Koalition ist es im Interesse der Menschen im BER-Einzugsgebiet und der Akzeptanz des Flughafens ein wichtiges Ziel, mehr Nachtruhe zu erreichen. Dazu wird das Land Berlin Gespräche mit den anderen Gesellschaftern aufnehmen. Ziel ist es, regelmäßig zu Lärmpausen von sieben Stunden in der Nacht zu kommen. Hierzu gehört insbesondere die Prüfung von An- und Abflugverfahren zur Reduzierung von Fluglärm, z.B. das DROps-Verfahren (Dedicated Runway Operations), das heißt Nutzung nur einer Start- und Landebahn zu bestimmten Tagesrandzeiten, sofern es der Flugbetrieb zulässt. Zu diesem Maßnahmenpaket gehört auch eine geeignete Gestaltung der Start- und Landegebühren." und "Die Koalition lehnt eine dritte Start- und Landebahn ab."

Wir, Bürgerinitiativen aus Berlin und Brandenburg im BER Einzugsgebiet, begrüßen es, dass Berlin mit dem Land Brandenburg und dem Bund Gespräche führen will, in der Nacht mehr Schutz vor Fluglärm für die Betroffenen zu erreichen. Wir sehen dies als Fortschritt gegenüber der rigiden Politik des Berliner Senats während der letzten Legislaturperiode an, der die Verhandlungen mit Brandenburg über ein Nachtflugverbot stets abgeblockt hatte.

Auch die Ablehnung einer dritten Start/Landebahn am BER durch die rot-rot-grüne Koalition ist zu begrüßen.

Bezüglich eines Nachtflugverbotes und damit eines wirkungsvollen Schutzes vor nächtlichem Fluglärm enttäuschen jedoch die vorliegende Koalitionsvereinbarung und kürzlich von Frau Pop und Herrn Lederer gemachte Äußerungen.

Herr Lederer spricht davon, dass zwischen 5:00 und 6:00 Uhr kein Flugverkehr stattfinden sollte. Dies würde die Wirtschaftlichkeit des BER nicht beeinträchtigen, da in dieser Zeit sowieso kaum Flugbewegungen stattfinden. Herr Lederer greift damit einen früheren Vorschlag des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Woidke auf. Der Brandenburger Landtag hatte seinerzeit (27.2.2013) die Forderung des erfolgreichen Brandenburger Volksbegehrens für ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr übernommen, sich gegenüber dem Berliner Senat hiermit in der Vergangenheit jedoch nicht durchsetzen können und letztlich stattdessen ein Flugverbot zwischen 5:00 und 6:00 Uhr vorgeschlagen. Verglichen mit der Aussage im Wahlprogramm der Linken

" Wir setzen uns gegenüber den Gesellschaftern der Flughafengesellschaft für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ein. Unabhängig davon wollen wir jede Möglichkeit zur Minderung der Lärmbelastung durch den Flughafen nutzen." (Seite 30/31 Wahlprogramm 2016 der Linken, S. 30-31)

ist die eine Stunde am Morgen, in der der Flugverkehr sowieso gering ist, dürftig und wird die Akzeptanz des Flughafens im BER Einzugsgebiet nicht erhöhen. Und die immensen, auch durch Missmanagement gestiegenen Kosten des BER gegen mögliche Einkommensverluste der FBB bei einem Nachtflugverbot aufzuwiegen, ist unglaubwürdig und ein vorgeschobenes Argument.

Bündnis 90/Die Grünen hatten in ihrem Wahlprogramm 2016 vollmundig erklärt:

„Berlin braucht ein Nachtflugverbot. Zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr muss Ruhe sein!“ (S. 22) und „Wir sorgen für ihre Entlastung, indem wir .... das Nachtflugverbot zwischen 22:00 und 6:00 Uhr ohne Einschränkungen durchsetzen.“ (S.61).

Nun sprechen der Koalitionsvertrag und Frau Ramona Pop von einer 7-stündigen Lärmpause in der Nacht, die durch Regelungen für die Nutzung der Start/Landebahnen zu bestimmten Zeiten erreicht werden soll. Dies klingt erst einmal gut, ist es aber nicht. DROps Verfahren zur Erzeugung von Lärmpausen für einen Teil der Betroffenen sind nichts Neues. Ein Flughafen-spezifisches Lärmpausenmodell, das auf einem DROps Verfahren beruht, wurde in Frankfurt für die Nachtrandstunden 22-23 Uhr und 5-6 Uhr entwickelt und ist seit Mai 2016 dort in den Regelbetrieb überführt worden. Seit einiger Zeit werden in der Arbeitsgruppe „BER-Betriebskonzept“ DROps Modelle diskutiert, in der auch Mitglieder der Fluglärmkommission Schönefeld mitarbeiten. Im Gegensatz zu einem strikten Nachtflugverbot, das allen Betroffenen zugutekommt, ändern DROps Verfahren lediglich die zeitliche und örtliche Verteilung des Lärms, dabei gibt es immer Gewinner und Verlierer. Im einfachsten Fall würden am BER z. B. in einer Woche in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr alle
Flugbewegungen auf der Südbahn abgewickelt. Dann genießen diejenigen Berliner Bezirke und Brandenburger Gemeinden, die vorwiegend durch Flugverkehr von der Nordbahn belastet werden, eine 7-stündige Lärmpause. Anwohner, die vor allem unter dem Flugverkehr von der Südbahn zu leiden haben, werden natürlich doppelt belastet, nämlich durch den gesamten BER-Flugverkehr während der Nacht. In der folgenden Woche kehren sich die Verhältnisse dann um und die Berliner Bezirke haben unter dem Fluglärm des gesamten Flugverkehrs zu leiden, der von der Nordbahn abgewickelt wird. Auch wenn andere, maßgeschneiderte DROps Modelle, abhängig von der jeweiligen Betriebsrichtung (Windrichtung) denkbar sind, ist stets mit der Entlastung eines Teils der Anwohner eine zusätzliche Belastung eines anderen Teils der Anwohner verbunden. Hierbei hat es die Deutsche Flugsicherung DFS für den BER bisher immer abgelehnt, das DROps Verfahren bereits ab 22 Uhr anzuwenden, da das hohe Aufkommen an Flugbewegungen zwischen 22 und 23 Uhr dieses Verfahren am BER nicht zulasse. Dies ist in Übereinstimmung mit der 7-stündigen (23 – 6 Uhr) Lärmpause, die in der Koalitionsvereinbarung erwähnt wird und die Frau Pop so anpreist.

Natürlich kann eine Partei ihr Wahlprogramm in einer Koalition nicht vollständig umsetzen, aber ein DROps Verfahren von 23 - 6 Uhr anstelle eines strikten Nachtflugverbots von 22 - 6 Uhr zu verkaufen, ist ein Etikettenschwindel. Und Bürger, d.h. Wähler, hinter das Licht zu führen, ist weder solidarisch noch nachhaltig.

Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen des Berliner Abgeordnetenhauses hatte seinerzeit (Mitte der neunziger Jahre) Schönefeld als Standort für den neuen Flughafen priorisiert. Heute wird allgemein die Entscheidung für Schönefeld als Fehlentscheidung angesehen, da der Flughafen in einem dicht besiedelten Gebiet direkt an der Berliner Stadtgrenze liegt und der stark gestiegene Flugverkehr zu erheblichen Lärmbelastungen der Region führt. Aufgrund seiner Lage müssen Einschränkungen hinsichtlich des Betriebes hingenommen werden entsprechend einem strikten Nachtflugverbot von 22-6 Uhr. Der BER kann eben nicht nach Verkehrskonzepten betrieben werden, wie es an anderer Stelle in einem dünn besiedelten Gebiet möglich gewesen wäre.

Nach Abschluss der Koalitionsvereinbarung hatten Frau Pop und Herr Lederer erklärt, von einem rechtlichen Eingriff in den Planfeststellungsbeschluss abzusehen. Ohne eine Änderung aber hätten die Airlines Anspruch nachts am BER zu fliegen, auch wenn sich die Anteilseigner auf ein Nachtflugverbot einigten. In der Tat, entscheidend ist der politische Wille, eine Änderung des Planfeststellungsbeschlusses herbeizuführen. Der juristische Weg wurde bereits 2012 in den Berliner und Brandenburger Volksbegehren für ein striktes Nachtflugverbot aufgezeigt. Berlin und Brandenburg müssen sich einigen, den § 19 Abs. 11 des Landesentwicklungsprogramms (LePro) zu ändern und dort ein landesplanerisches Nachtflugverbot verankern. Danach kann die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde im existierenden Planfeststellungsbeschluss dem geänderten § 19 Abs. 11 LePro Rechnung tragen und gemäß dem Änderungsvorbehalt des Planfeststellungsbeschlusses ein Nachtflugverbot erlassen. Geschieht diese Änderung rechtzeitig vor Eröffnung des BER, können auch Schadensersatzansprüche von Fluggesellschaften abgewehrt werden. Darüber hinaus kann die Planfeststellungsbehörde auch aufgrund der eingetretenen Belastungen im Rahmen der Südbahneröffnung und der neu bewerteten gesundheitlichen Auswirkungen von Fluglärm (NORAH-Studie etc.) jederzeit den Planfeststellungsbeschluss ändern und ein Nachtflugverbot für BER erlassen.

Eine Erhöhung der Start/Landegebühren in der Nacht (22 - 6 Uhr) kann möglicherweise dazu beitragen, den Flugverkehr in dieser Zeit etwas zu reduzieren, verhindern kann diese Maßnahme den nächtlichen Flugverkehr dagegen nicht. Dazu müssten die Gebühren so hoch angesetzt werden, dass planmäßige Flüge, die einen Start oder eine Landung in der Zeit von 22:00 - 23:30 Uhr und 5:00 - 6:00 Uhr erforderlich machen, sich für die Fluggesellschaften nicht mehr lohnen würden. Ob dies rechtlich möglich ist, ist zumindest zweifelhaft.

Die Koalitionsvereinbarung schreibt hinsichtlich eines Nachtflugverbotes den bisherigen Standpunkt der Berliner SPD fest, die sich die Forderungen der Airlines und der Flughafengesellschaft FBB zu eigen gemacht hat und keine Einschränkungen des Flugverkehrs während der Nacht bezogen auf den Planergänzungsbeschluss 2009 zulässt. Solidarisch ist die Koalitionsvereinbarung in diesem Punkt nicht. Die Unterzeichnenden fordern deshalb Sie, Frau Pop, und Herrn Lederer sowie die Berliner Landesverbände der Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen auf, gegenüber der Berliner SPD ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr ohne Wenn und Aber durchzusetzen und sich nicht mit Scheinlösungen zu begnügen. Die durch Unfähigkeit der Verantwortlichen explodierten und vervielfachten Baukosten können nicht unter Schädigung der Gesundheit der Lärmbetroffenen teilweise refinanziert werden.

Über die Einladung zu einem kurzfristig anberaumten Gespräch würden wir uns freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Herbert Rinneberg BI Berlin-Südwest gegen Fluglärm (vormals Lichterfelde gegen Fluglärm)

gez. Bernd Röstel BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm e.V.
gez. Corinna Ludwig Friedrichshagener Bürgerinitiative, Bürgerverein
Friedrichshagen e.V.
gez. Walfried Michaelis Bürgerverein Wilhelmshagen-Rahnsdorf e.V.
gez. Markus Sprißler Aktionsbündnis für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg (ABB)
gez. Christine Dorn Bürgerverein Brandenburg-Berlin e.V. (BVBB)
gez. Mario Hausmann Bündnis Südost gegen Fluglärm (BüSo)
gez. Antje Aurich-Haider BI Teltow gegen Fluglärm e.V.
gez. Bernd Reimers BI Kleinmachnow gegen Flugrouten e.V.
gez. Roland Skalla Stahnsdorf
gez. Heidrun Ische BI Unser Großbeeren e.V.
gez. Norbert Gustmann BI Müggelheim e.V.
gez. André Organiska BI Gosener Wiesen
gez. Sigrid Zentgraf-Gerlach BI Mahlower Schriftstellerviertel e.V.
gez. Eckhard Bock Verein zur Förderung der Umweltverträglichkeit des Verkehrs (VUV)

 

Pressemitteilung Bürgerinitiative Kleinmachnow 15.11.2016 - Demo heute abend vor Abgeordnetenhaus - Nachtflugverbot am BER - Müller-SPD nur noch peinlich

"Berliner und Brandenburger demonstrieren heute abend, 18 Uhr, vor dem Portal des Abgeordnetenhauses in Berlin gemeinsam dafür, nun endlich das landesplanerische Nachtflugverbot in § 19 Abs. 11 LePro (Landesentwicklungsprogramm) für den BER zu verankern. Hierfür müssen Berlin und Brandenburg in der PlaKO, dem obersten Gremium der gemeinsamen Landesplanung zusammenwirken. ROLAND SKALLA, Versammlungsleiter, erklärt: „Mit dieser Aktion wollen wir Linken und Grünen den Rücken stärken, sich in der entscheidenden großen Runde gegen die halsstarrige Berliner SPD durchzusetzen“.  

MATTHIAS SCHUBERT, selbst SPD-Mitglied und Sprecher des erfolgreichen Volksbegehrens für ein Nachtflugverbot in Brandenburg, meint, spätestens nach der Trump-Wahl müssten Sozialdemokraten sich nun wieder stärker Arbeitnehmern und ihren Familien zuwenden. Ein Nachtflugverbot verursache Mehrkosten von 5 Euro pro Ticket. Es helfe aber hunderttausenden Familien. Nachtruhe von 22-6 Uhr sei vor allem für Schulkinder in den vom Fluglärm am stärksten betroffenen Wohngebieten wichtig. Es sei peinlich, dass von allen relevanten Playern (SPD, Grüne und Linke in Berlin, SPD und Linke in Brandenburg) allein die Müller-SPD in Berlin einseitig die Interessen der Airlines und ihrer Kunden bediene.

Hintergrund: DIE LINKE und die GRÜNEN in Berlin fordern das Nachtflugverbot  in ihren Wahlprogrammen. In Brandenburg hat der Landtag mit Beschluss vom 27. Februar 2013 das Volksbegehren für ein Nachtflugverbot mit großer Mehrheit angenommen (vgl. Landtags-Drucksache 5/7525). Das Nachflugverbot kann ohne Beteiligung des Bundes allein durch die gemeinsame Landesplanung Berlins und Brandenburgs festgelegt werden."

 

Pressemitteilung ABB 9.11.2016 - Wahlversprechen sind kein Geheimplan
"Die Berliner Grünen und Die Linken haben in ihrem Wahlprogramm die Forderung nach einem Nachtflugverbot in der gesetzlich definierten Zeit der Nacht von 22-6 Uhr verankert. Dieses Versprechen gilt es jetzt in den aktuellen Koalitionsverhandlungen auch umzusetzen.

Von Seiten der Luftverkehrslobby wird nun interessanter Weise mit herben finanziellen Verlusten für den Fall eines längeren Nachtflugverbotes gedroht. Ein „Geheimplan Provinzflughafen“ macht die Runde.

Unwahrheiten und falsche Behauptungen werden nicht richtiger, wenn man sie ständig wiederholt. Machen wir doch einmal einen kurzen Faktencheck:

* Nachtflugbetrieb ist für die Flughafengesellschaft nachweislich ein Verlustgeschäft. Die Kosten des Flughafens decken in dieser Zeit nicht die Einnahmen durch Starts und Landungen.

Nutzen tut das nur den Airlines, da diese ihre Maschinen mehr Stunden am Tag fliegen lassen können und so eine geringere Anzahl an Flugzeugen zur Beförderung der gleichen Anzahl von Passagieren benötigen.
Oft wird so getan, als würde es internationale Flugverbindungen nur dann geben, wenn in der Nacht gestartet oder gelandet werden kann. Dem ist nicht so, was folgende Beispiele zeigen sollen:

Start: New York 18.00 Uhr -> Landung: Berlin 7.30 Uhr
Berlin 13.00 Uhr -> New York 16.00 Uhr
Bangkok 9.20 Uhr -> Köln-Bonn 14.55 Uhr
Köln-Bonn 16:25 Uhr -> Bangkok 7:55 Uhr

Richtig ist hingegen, dass in Berlin 165.000 und in Brandenburg 106.000 Bürger für ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr unterschrieben und Berliner Grüne wie auch Die Linke diese Forderung in Ihr Wahlprogramm aufgenommen haben.

Und das mit gutem Grund, denn faktisch wird mit dem BER am Standort Schönefeld ein innerstädtischer Flughafen gebaut, der nach Inbetriebnahme in Summe ca. 1,5 Millionen Menschen mit Lärm belasten wird (allein 1.078.000 Menschen durch Starts gemäß DFS). Das sind mehr Menschen, als in der drittgrößten Stadt Deutschlands, München wohnen! Und es werden immer mehr, da die Stadt beständig wächst!

Zur Wahrheit gehört leider auch, dass viele der Schwerstbetroffenen Menschen nicht, wie oftmals von den Verantwortlichen verbreitet, bestens vor dem Lärm geschützt werden.

So kann dem aktuellen Schallschutzbericht vom 30.09.16 http://www.lbv.brandenburg.de/3124.htm entnommen werden, dass aktuell 4.391 Objekte eine Entschädigung anstatt baulichem Schallschutz erhalten haben. Das heißt, dass bei 4391 Objekten kein Schallschutz im Rahmen der Schallschutzvorgaben herstellbar war.
Man muss also davon ausgehen, dass ca. 10.000 Menschen (Annahme 2,2 Personen pro Objekt) ungenügend geschützt werden, darunter sicher viele Frauen, Kinder und auch alte Menschen, die sich Ihren Lebensabend anders vorgestellt haben.
Das allein ist schon ein Grund, dass die Forderung für das Fliegen in der Nacht höchst unsozial ist und den Wertevorstellungen unserer Gesellschaft in keiner Weise entspricht!
Richtig ist, dass dieser falsche Standort nur mit Auflagen genehmigt wurde. Das BVerwG in seinem Urteil zum Flughafen Schönefeld am 16.03.2006 zur Planfeststellung: „Ziel des Ausbauvorhabens ist die Deckung des nationalen und internationalen Luftverkehrbedarfs der Länder Berlin und Brandenburg“ und „Gegenstand der Landesplanung ist nicht (mehr) ein internationaler Großflughafen mit 4 Start- und Landebahnen…sondern ein mittelgroßer Verkehrsflughafen mit einem modernen Zwei-Bahnen-System“.
* Gutachten (z.B. Wirtschaftliche Situation am BER von Prof. Dr. Friedrich Thießen) und einfache Strukturanalysen ergeben, dass der BER nie wirtschaftlich betrieben werden kann, wenn die Investitionen und Kredite (aktuell über 6.7 Mrd. Euro) zurückgezahlt werden sollen.

Zur Erinnerung: Infrastrukturprojekte haben zunächst den Auftrag, einen gesellschaftlichen Bedarf abzudecken. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, Gewinne zu erzielen. Und selbst wenn ein Einnahmeverlust von insgesamt 300 Mio. € (nach Flughafenangabe, bis 2035, das wären 15 Mio. Euro/Jahr), aus angeblich reduziertem Flugaufkommen bei 8-stündigem Nachtflugverbot entstünde, so wäre dieser für die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen gut investiert.

Die Liste könnten wir so endlos fortsetzen.

Fassen wir doch mal die Kernbotschaft zusammen:
Der BER an diesem Standort ist nicht für das Fliegen in der Nacht geeignet. Wer in der Nacht fliegen will, der muss den Flughafen an einem anderen Standort- möglichst privat finanziert – neu bauen.

Wir fragen uns, wer persönlich von denen, die jetzt das Fliegen in der Nacht fordern, dazu bereit ist, die volle Verantwortung für das Leid der ungenügend geschützten Menschen und die daraus folgenden Gesundheitsschäden zu tragen und nicht nur mit dem Finger auf andere Politiker oder Parteien (Vorgänger, die den Standort Schönefeld festgelegt haben) oder Gerichte zu zeigen?

Wenn Politiker nach der Wahl ihre Wahlversprechen auch umsetzen, so kann man nicht von Geheimplänen sprechen. Im Gegenteil hilft das der immer größer werdenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.

„In Anbetracht, dass die Brandenburger Linke und SPD das gewonnene Volksbegehren für ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr im Landtag angenommen haben, die Berliner Grünen und Linken die Forderung in Ihrem Wahlprogramm stehen haben, ergibt sich für den Bürger die Mehrheit von 4 zu 1 für das Nachtflugverbot. Einzig die Berliner SPD lehnt das Nachtflugverbot ab. Im gesundheitlichen Interesse der Bürger, sollte sich doch die klare gewählte Mehrheit hier durchsetzen. Alles andere wäre eine absolute Missachtung des Wählerwillens und ein Menschen verachtendes Einknicken vor fragwürdigen Zahlenspielen der BER-Protagonisten.“, so Markus Sprißler."

 

Potsdam TV 7.11.2016 - Protestaktion gegen BER - Kunst trifft BER-Protest

"Bürgerinitiative "Teltow gegen Fluglärm"

Mit den geplanten Flugrouten vom BER ausgehend sind einige Teltower nicht zufrieden. Sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, um gegen den bevorstehenden Fluglärm und die hohe Luftverschmutzung vorzugehen."

 

Wir sind hier und wir sind laut: BBB TV 27.10.2016

"Langfristige Belastung von Menschen durch Luftverschmutzung ist verbunden mit einem häufigeren Auftreten von Bluthochdruck. Das zeigt eine große prospektive Studie, bei der mehr als 41.000 Probanden in fünf Ländern fünf bis neun Jahre beobachtet wurden. Bluthochdruck ist weltweit der wichtigste Risikofaktor für vorzeitige Erkrankungen und Todesfälle durch Herz- Kreislauferkrankungen.

Die Studie, die am 25.Oktober 2016 im European Heart Journal veröffentlicht wurde, ist eine der ersten, die sowohl Luftverschmutzung als auch Verkehrslärm gemeinsam betrachtet. Sie zeigt, dass beide Umweltfaktoren separat mit dem Auftreten einer Hypertonie assoziiert sind. Der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Hypertonie blieb bestehen, auch wenn Lärm, der häufig gemeinsam mit Luftverschmutzung vorliegt, in der Analyse als Störfaktor mit berücksichtigt wurde.

Insgesamt wurden 41.072 Personen aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland und Spanien in die Analyse, die Teil des europäischen Projekts  “European Study of Cohorts for Air Pollution Effects” (ESCAPE) ist, eingeschlossen. Informationen über den Blutdruck und die Blutdruckmedikamente der Probanden wurden bei Beginn der Studie und erneut nach einer mehrjährigen Beobachtungszeit aufgenommen. Für die Analyse wurden nur diejenigen betrachtet, die bei Beginn der Beobachtung keine Hypertonie hatten. Insgesamt entwickelten 6.207 Personen (15 Prozent) im Beobachtungszeitraum eine Hypertonie.

Zwischen 2008 und 2011 wurde in den Studienregionen in einer groß angelegten Messkampagne die Luftverschmutzung nach einer standardisierten Methode gemessen und dann den Wohnadressen der Teilnehmer zugeordnet. Gemessen wurde Feinstaub in verschiedenen Größenklassen: Die kleinsten Teilchen waren bis zu 2,5 Mikrometer (PM2,5.) groß, die größeren bis zu 10 Mikrometer (PM10). Außerdem wurden Rußteilchen gemessen (PM2.5 absorbance) und die Verkehrsdichte im Umkreis um die Wohnadresse erfasst. Das Ausmaß des Straßenverkehrslärms wurde den EU-Lärmkartierungen entnommen.

Die Wissenschaftler fanden, dass pro fünf Mikrogramm/m3 PM2,5 das Risiko der Entwicklung eines Bluthochdrucks um 22 Prozent zunahm. Fünf µg/m3 PM2,5 entsprechen ungefähr dem Unterschied zwischen dem am stärksten verschmutzten Viertel einer Stadt gegenüber dem saubersten Viertel einer Stadt. Höhere Rußkonzentrationen erhöhten ebenfalls das Erkrankungsrisiko. Teilnehmer, deren nächtlicher Lärmpegel bei ca. 60 dB(A) lag, hatten ein sechs Prozent höheres Risiko, Bluthochdruck  zu entwickeln als Teilnehmer, deren Lärmpegel in der Nacht bei 50 dB(A) lag.

Professor Dr. Barbara Hoffmann, Professorin für Umweltepidemiologie am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Centre for Health and Society der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, leitete die Studie. Sie sagt: Unsere Ergebnisse zeigen, dass die langfristige Belastung mit Luftverschmutzung zu einem höheren Risiko für Hypertonie führt. Das ist wichtig, weil praktisch jeder mehr oder weniger stark gegenüber Luftverschmutzung exponiert ist und zwar ein ganzes Leben lang. Das führt auf Dauer zu einer hohen Zahl von Bluthochdruckerkrankungen, was eine große Last für die betroffenen Patienten, aber auch für die Gesellschaft darstellt.”

Diese Zusammenhänge waren sogar bei Feinstaubkonzentrationen deutlich unterhalb der gültigen EU-Grenzwerte zu sehen. In der Konsequenz kann also die aktuelle Gesetzgebung die Bevölkerung nicht ausreichend vor den nachteiligen Folgen der Luftverschmutzung schützen. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen besonders vor dem Hintergrund der weit verbreiteten Luftverschmutzung und der Bedeutung des Bluthochdrucks die Notwendigkeit einer besseren Regulierung der Luftqualitätswerte zum Schutz der öffentlichen Gesundheit."

 

Offener Brief aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf 19.10.2016

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Woidke,

wir, Frau Aurich-Haider, Herr Reimers und Herr Skalla sind die Veranstalter der DEMO der BER Standortkritiker, die die Demo vor Beginn des Brandenburger SPD Landesparteitages am 15.10.2016 in Potsdam organisiert haben.

Sie wissen offensichtlich nicht, wer wir sind. Wir stellen uns Ihnen hiermit vor:
1. Wir drei haben diese Demonstration am 15.10.2016 organisiert, weil 106.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger das Volksbegehren unterschrieben und Sie dies nicht umgesetzt haben. Wir sind für diese 106.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger aktiv.
2. Wir vertreten Brandenburger Bürgerinitiativen, die mehr Mitglieder haben als alle Brandenburger Parteien zusammen. Wir sind demokratische Multiplikatoren, von denen Ihre Partei von der Masse her nur träumen kann.
3. Die Mitglieder in diesen Bürgerinitiativen sind Akademiker wie u. a. Richter, Rechtsanwälte, Ingenieure, Ärzte, Kaufleute, Sozialarbeiter, Piloten und Fluglotsen sowie Mitbürgerinnen und Mitbürger aus allen nicht-akademischen Berufssparten. Wir sind alle sachliche, vernünftige und mitdenkende Brandenburgerinnen und Brandenburger.

4. In allen Bevölkerungsschichten stoßen wir auf sehr große Zustimmung.

Sie haben im rbb Interview am 15.10.2016 folgendes gesagt, Zitat: „Wenn ich da lese Verräter oder Ähnliches mehr, dann sage ich also, dann is' für mich auch die Grenze des Zumutbaren überschritten, also dann zu diesen Leuten hin zu gehn, da habe ich einfach auch keine Lust zu.“ (Quelle: http://mediathek.rbb-online.de/tv/Brandenburg-aktuell/Ergebnisse-des-Landesparteitags-der-SPD/rbb-Fernsehen/Video?documentId=38338066&topRessort=tv&bcastId=3822126)

Sie stellen uns damit in die politische Schmuddelecke. Wir fühlen uns auf die Ebene von PEGIDA und Co. von Ihnen gesetzt. Für Sie sind wir eine Zumutung.

Sie zeigen uns durch Ihr Verhalten und Ihre Äußerung, dass Sie nicht mit Protest umgehen können.

Unsere Mittel, unsere Forderungen durchzusetzen, sind begrenzt. Wir haben das demokratische Mittel des Volksbegehrens für ein Nachtflugverbot von 22- 6 Uhr am BER gewählt. Es ist erfolgreich. Der Landtag Brandenburg hat das Volksbegehren Nachtflugverbot von 22-6 Uhr am BER

angenommen. Sie setzen dieses Volksbegehren nicht um!

Was bedeutet das Wort Verrat?

Als Verrat bezeichnet man einen besonders schweren Vertrauensbruch.

Sie setzen sich für ein bisschen mehr Nachtruhe am BER ein, zu einem Zeitpunkt, wo es sich abzeichnet, dass sich in Berlin eine neue Regierungskoalition bildet, in der die Befürworter des Nachtflugverbots von 22 bis 6 Uhr die Mehrheit haben werden. Sie möchten, dass zwischen 5 bis 6 Uhr keine Flugzeuge am BER starten. Das reicht nicht. Die Nacht ist definiert als Zeit von 22 bis 6 Uhr. Sie fallen mit Ihrem Vorschlag - von ein bisschen mehr Nachtruhe - vielmehr der Mehrheit in der sich anbahnenden neuen Berliner Regierungskoalition und uns in den Rücken.

Solange Sie als Ministerpräsident am BER die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr nicht durchgesetzt haben oder davon abweichen, verraten Sie das Ziel des Volksbegehrens für das Nachtflugverbot. Das klingt nicht schön, ist aber so. Das ist die zusammengefasste Aussage auf den Protestschildern.

Die Airlines führen an, dass das Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr zu wirtschaftlichen Einbußen führen könnte.

Nachtflug in der Zeit von 22 bis 6 Uhr macht die Menschen im Umfeld des BER krank und bringt sie früher ins Grab.

Die Gewinne der Airlines werden aufgrund des fehlenden Nachtflugverbotes von 22 bis 6 Uhr höher bewertet, als das Leben und die Gesundheit der BER Anwohner. Das nehmen wir nicht hin. Unser Protest wird nicht enden, bevor das Volksbegehren für das Nachtflugverbot 22- 6 Uhr umgesetzt ist. Damit müssen Sie leben.

Sie können so weiter machen oder Sie können das Gespräch mit uns suchen. Sie haben die Wahl.

Wir setzen unsere Mitstreiter, die Abgeordneten von SPD und LINKE im Brandenburger Landtag und die Presse über diesen Brief in Kenntnis.

 

Mit freundlichen Grüßen
Roland Skalla, Stahnsdorf
Bernd Reimers, „Kleinmachnow gegen Fluglärm“
Antje Aurich-Haider, „Teltow gegen Fluglärm e. V.“

 

Pressemitteilung der Bürgerinitiative »Teltow gegen Fluglärm e.V.« 12.10.2016 - Nachtflüge sollen die Geldverschwendung am BER wieder reinholen!

Die Nacht ist gesetzlich geregelt und fest definiert: Die Nacht erstreckt sich von 22 bis 6 Uhr. Die Nachtruhe ist einzuhalten von 22 bis 6 Uhr, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Nur an Flughäfen steht die Gesundheit der Anwohner immer noch hinter den wirtschaftlichen Interessen der Airlines und der Flughäfen zurück.

„Wir fordern: Keine Profite für Airlines auf Kosten unserer Gesundheit. Mal ehrlich, beim Bau des BER wird das Geld zum Fester rausgeworfen und dafür werden lebenslänglich die Anwohner in der Nacht mit Fluglärm zugedröhnt, damit ein paar Euro mehr beim BER wieder rein kommen, das ist nicht richtig.“, kommentiert Antje Aurich-Haider die Vorstandsvorsitzende von „Teltow gegen Fluglärm e. V“ die Argumente die gegen die Nachtruhe am BER von 22 bis 6 Uhr ins Feld geführt werden.

„Für alle Bürger in Deutschland gilt die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr - nicht mehr und nicht weniger. Das fordern die Bürgerinnen und Bürger im Umfeld des BER.“, kommentiert Roland Skalla aus Stahnsdorf und meint weiter: „Was Frau Lieske (SPD Brandenburg) mit einem guten Kompromiss „zwischen dem Recht der Anwohner auf Nachtruhe und der notwendigen Wirtschaftlichkeit des Flughafens“ meint ist doch nur, dass es kein Nachtflugverbot mit der Brandenburger SPD geben wird am BER. Ein Nachtflugverbot kann nur von 22 bis 6 Uhr gelten, sonst ist es und bleibt es ein begrenzter Nachtflugbetrieb und kein Verbot.“

Bernd Reimers, Sprecher von „Kleinmachnow gegen Fluglärm“ ergänzt, “106.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger fordern von der Landesregierung die Durchsetzung des Nachflugverbots von 22 bis 6 Uhr am BER. Da gibt es keine Kompromisse. Wenn in Berlin wahrscheinlich zukünftig ein rot-rot-grüner Senat regiert, in dem die LINKEN und GRÜNEN mit ihren Wahlversprechen des Nachtflugverbots von 22 – 6 Uhr am BER in der Mehrheit sind, erwarten wir, dass die Brandenburger SPD nicht schon im Vorfeld möglicher Verhandlungen über das Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr am BER im vorauseilenden Gehorsam für die Luftfahrtlobby, die Gewinne der Luftfahrtbranche über die Gesundheit der BER Anwohner-Regionen stellt. Das fehlende Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ist eine enorme gesundheitliche Belastung der Menschen im Flughafenumfeld. Die Flieger sind einfach viel zu laut. “

Roland Skalla ruft gemeinsam mit seinen Mitstreitern Reimers und Aurich-Haider auf, anlässlich des Landesparteitags der Brandenburger SPD

am Samstag, den 15.10.2016

um 09:00 Uhr

vor dem Kongresshotel Potsdam, Am Luftschiffhafen 1 in 14471 Potsdam

die Brandenburger SPD an die Verpflichtung des Volksbegehrens zum Nachflugverbot von 22 bis 6 Uhr am BER zu erinnern und aufzuklären, dass die Nacht 8 Stunden hat und nicht 5 oder 6 oder weniger. Wir möchten auch an das erinnern, was man von einem Landesvater erwarten
kann.

 

Gemeinsame Presseerklärung der Bürgerinitiativen und Bündnisse gegen Fluglärm der Hauptstadtregion 29.9.2016 - zum Nachtflugverbot BER - Regierungsbildung Berlin

"2012 forderten über 139.000 Berlinerinnen und Berliner ein landesplanerisches Nachtflugverbot von 22-6 Uhr für den zukünftigen BER (Volksbegehren Nachtflugverbot).

Grüne und Linke unterstützten damals das Volksbegehren. In ihren aktuellen Wahlprogrammen treten sie für ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr am zukünftigen BER ein. Im Land Brandenburg war 2012 das Volksbegehren ‚Nachtflugverbot‘ mit 106.000 Stimmen erfolgreich und wurde vom Landtag mit großer Mehrheit angenommen. Der alte SPD- und CDU-geführte Senat hat dieses Ergebnis direkter Demokratie im Nachbarland in seiner Umsetzung bisher verhindert.

ABB, BVBB und Bündnis SüdOst fordern Grüne und Linke in Berlin auf, zu ihren vor der Wahl gemachten Aussagen zu stehen und bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen auf der Durchsetzung des Nachtflugverbotes zu bestehen.

Wir fordern außerdem die Berliner SPD auf, ihre Blockadehaltung in dieser Frage aufzugeben sowie auf ihre zukünftigen Koalitionspartner und die Brandenburger Landesregierung zuzugehen. Das desaströse Wahlergebnis hat den bisherigen Kurs der SPD nicht bestätigt.

Wir werden die Ergebnisse der nun stattfindenden Berliner Koalitionsverhandlungen genau betrachten und auswerten.

Der Gesundheitsschutz für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger muss höher bewertet werden als das Gewinnstreben der Luftverkehrswirtschaft. Der zukünftige BER wird auf Grund seiner falschen Lage direkt an der Stadtgrenze zu Berlin allein bei Starts 1.078.000 Menschen (Angabe der Deutschen Flugsicherung) mit Lärm überziehen.

Wer einen Nachtflugbetrieb am Hauptstadtflughafen will, der muss für die Errichtung eines neuen Flughafens an flughafentauglicher Stelle eintreten, bei dem die Anzahl der betroffenen Menschen so niedrig ist, dass sie sozialverträglich geschützt, bzw. um- oder abgesiedelt werden können.

Die Bürgerinitiativen werden zur außerordentlichen Tagung des 5. Parteitags der Linken (Fr, den 30.09.16 um 18.00 Uhr, Münzenberg-Saal in ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1) und zum Landesausschuss von Bü90/Grüne (Mi, den 05.10.2016 um 19.30 Uhr, Jerusalemkirche, Lindenstr. 85, in 10969 Berlin) jeweils eine Mahnwache veranstalten, um die Delegierten in ihrer Wahlaussage zum Nachtflugverbot am BER von 22-6 Uhr zu bestärken."

 

Pressemitteilung Bürgerverein "Kleinmachnow gegen Fluglärm" 21.9.2016 - Berlinwahl 2016: jetzt endlich kommt das Nachtflugverbot am BER

"Mit der Wahl des neuen Abgeordnetenhauses haben die Berlinerinnen und Berliner den Weg für ein strengeres Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadtflughafen "Willy Brandt"" in Schönefeld frei gemacht. Wenn es zur rot-rot-günen Landesregierung kommt, kann Michael Müller (SPD) das von Hunderttausenden geforderte Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr nicht länger verhindern, ist sich MATTHIAS SCHUBERT sicher. Dazu ist das Gewicht der Partei DIE LINKE und der GRÜNEN zu stark, die in einer Koalition mit der SPD die klare Mehrheit stellen.

SCHUBERT, der Sprecher des Volksbegehrens für ein strenges Nachtflugverbot - des erste erfolgreichen Volksbegehrens in Brandenburg -, dessen Umsetzung aber vom Berliner Senat blockiert worden ist, verweist auf die politischen Vorarbeiten, die in Brandenburg schon geleistet worden sind. Dort gibt es sowohl einen Landtagsbeschluss für strikte Nachtruhe am BER (vgl. Landtagsdrucksache 5/7525) wie auch einen Parteitagsbeschluss der SPD, der Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke zwingt in der PlaKO, dem obersten Gremium der gemeinsamen Landesplanung, jetzt rasch auf Müller zuzugehen, um ein landesplanerisches Nachtflugverbot in § 19 Abs. 11 LEPro (Landesentwicklungsprogramm) für den BER zu erankern. "Bei der Gelegenheit", bekräftigt SCHUBERT, der in Kleinmachnow dem Bürgerverein "Kleinmachnow gegen Fluglärm" vorsitzt, sollten die Regierungschefs auch Fakten gegen den Bau einer 3. Start- und Landebahn am BER schaffen. Den Auftrag hierfür haben sie vom Volk: In Brandenburg haben die Menschen ihre Stimme in einer Volksinitiative erhoben und es existiert ein einstimmiger Beschluss des SPD-Landesvorstandes vom 15. Juni 2015. In Berlin haben die Wähler entschieden, indem sie DIE LINKE und die GRÜNEN gewählt haben, die beide in ihren Wahlversprechen ausgeschlossen haben, dass eine 3, Bahn in Schönfeld gebaut wird."

 

Der Tagesspiegel 19.9.2016 - BER-Debatte nach der Wahl - Nachtflugverbot könnte wieder Thema werden

"Kommt es wirklich zu Rot-Rot-Grün in Berlin, könnte das Nachtflugverbot am BER wieder aktuell werden. Es war zentral in den Wahlprogrammen der Linken und der Grünen.

...

Zudem will das rot-rot regierte Brandenburg neuen Anlauf nehmen, ein strengeres Nachtflugverbot am BER durchzusetzen, was bislang am Veto Berlins und des Bundes gescheitert war. Nun sieht man in Potsdam dafür neue Chancen, wenn es in Berlin wie erwartet zu einem rot-rot-grünen Bündnis käme. 

Linke und Grüne hatten sich in ihren Wahlprogrammen auf ein uneingeschränktes Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und 6 Uhr früh festgelegt. „Wir wollen natürlich jede Möglichkeit nutzen, für mehr Nachtruhe zu sorgen“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Montag dem Rundfunksender Antenne Brandenburg. Allerdings dürfe man auch die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen. In Brandenburg hatten sich 105.000 Menschen im ersten erfolgreichen Volksbegehren der Landesgeschichte dafür ausgesprochen, das BER-Nachtflugverbot zu verschärfen. Ein Vorstoß Brandenburgs, das Verbot zu erweitern, hatten danach Berlin und der Bund abgeschmettert. Die Grünen bremsen zudem bei der Flughafenerweiterung und sind gegen das Wachstum mit Billigfliegern." ...

 

Flughafen Berlin Brandenburg (FBB) 19.9.2016 - Ausbau Schönefeld: Flugbetriebsflächen werden ertüchtigt und erweitert - Temporäre Nutzung der Südbahn am BER im Sommer 2017

"Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH erweitert den Flughafen Schönefeld, um die nötigen Kapazitäten für die steigenden Passagierzahlen bereitzustellen. Derzeit werden dazu in SXF Nord ein neues Terminal errichtet, das bestehende Terminal B erweitert sowie mehr Parkplätze und ein neuer Fernbusparkplatz geschaffen. Wie bereits im September 2015 angekündigt, müssen auch die Flugbetriebsflächen ertüchtigt und ausgebaut werden, um mit der Eröffnung des BER beide Standorte parallel betreiben zu können. Der Aufsichtsrat hatte im Juli 2016 dem notwendigen Budget zugestimmt.

Im Zuge der geplanten Bauarbeiten wird es nötig sein, die Start- und Landebahn des Flughafens Schönefeld vorübergehend zu schließen. Ab Mitte Juli 2017 soll der Flugverkehr von Schönefeld deswegen für rund drei Monate über die zukünftige südliche Start- und Landebahn des BER abgewickelt werden. Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH wird dies Anfang Oktober bei der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB) offiziell beantragen.

Bauarbeiten Flugbetriebsflächen

Die bauliche Erweiterung der Flugbetriebsflächen gliedert sich in mehrere Teilprojekte. Da die Flugzeuge nach der BER-Eröffnung von beiden Start- und Landebahnen sowohl zum BER-Terminal als auch zu den Terminals in Schönefeld rollen müssen, ohne sich gegenseitig zu behindern, ist geplant, infrastrukturelle Anpassungen vorzunehmen, zusätzliche Taxiways zu bauen bzw. vorhandene zu sanieren. Zudem müssen weitere Vorfelder, etwa vor dem geplanten Terminal T1-E errichtet werden, um kurz- und mittelfristig die notwendigen Abfertigungspositionen bereitzustellen. Ab Oktober 2016 soll der Taxiway Charlie entlang der Start- und Landebahn Nord durchgebunden werden. Für die dort bisher ansässigen Wartungsbetriebe wird ein alternativer Standort in der Maintenance Area errichtet. Der Großteil der restlichen Bauarbeiten startet im Juli 2017. Derzeit laufen dafür die Vorbereitungen."

 

Studie der Hans-Böckler-Stiftung - Wilke, P./ Schmid, K./ Gröning, S. (2016) -  „Branchenanalyse Luftverkehr“

"Der Luftverkehr wächst weltweit seit Jahrzehnten. Dieses Wachstum setzt sich fort, aber gleichzeitig steckt die Branche in Deutschland und Europa aufgrund von Deregulierung und freiem Marktzugang in einem Strukturwandel, der durch Rationalisierungen bei Strecken und Personal, steigender Arbeitsintensität und Druck auf die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten geprägt ist. Die Studie beschreibt, wie sich die strukturellen Veränderungen des Wettbewerbs (Auswirkungen von Liberalisierung und Globalisierung) auf Unternehmen im Luftverkehr, auf Unternehmensstrategien, auf Personalstrategien sowie Beschäftigung und Entlohnung ausgewirkt haben. Im Mittelpunkt steht die Situation bei den Luftverkehrsgesellschaften, bei den Bodenverkehrsdiensten und an den Flughäfen."

 

Friedrich Thießen (2016): „Grundzüge einer rationalen Luftverkehrspolitik, GUC-Verlag (19,95 Euro) mit folgendem Inhalt (Verlagsinformation)

„Seit einiger Zeit wird über die Neuformulierung eines Luftverkehrskonzeptes in Deutschland diskutiert. Bundesregierung, Bundesländer, Umweltverbände und die Luftverkehrswirtschaft haben Konzepte entwickelt. Die Zielstellungen und Ansatzpunkte dieser Konzepte sind unterschiedlich. Die einen rücken Wachstumsziele des Luftverkehrs in den Vordergrund. Andere fühlen sich mehr dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet. Die einen sehen den Luftverkehr von den Unternehmen der Branche aus, während die anderen nach dem Reisenden und dessen Wünschen fragen. Dritte wiederum fokussieren auf die Anrainer von Flughäfen und die Betroffenen unter Flugrouten. Welche Möglichkeiten gibt es, diese heterogenen Aspekte zu verbinden? Welches Luftverkehrskonzept erfüllt die Ansprüche aller, die berechtigterweise gestellt werden dürfen? Der vorliegende Band beleuchtet die Situation des Luftverkehrs von verschiedenen Seiten und zeigt die Konsequenzen der jeweiligen Aspekte auf. Daraus lassen sich die Grundzüge einer rationalen Luftverkehrspolitik ableiten. Eine rationale Luftverkehrspolitik ist eine solche, welche die Ausgestaltung der Luftverkehrsrahmenbedingungen aus gesellschaftlichen Oberzielen ableitet und dabei die Wünsche der Betroffenen genauso beachtet wie unabänderliche betriebs- und volkswirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten. Der Band möchte mit dieser umfassenden Sicht einen Beitrag leisten, die manchmal einseitig geführte Diskussion auf eine breitere Basis zu heben und einer ganzheitlichen Herangehensweise zum Wohle des Ganzen Raum zu bieten.“

Diese Publikation wurde auch von der Bundesvereinigung gegen Fluglärm unterstützt.

 

Der Tagesspiegel 5.9.2016 - Flughafen Berlin-Brandenburg 10 Jahre BER-Baustelle: Der Tag, an dem alles begann

"Vor zehn Jahren wurde per Spatenstich der Baubeginn am BER gefeiert. Ein Tag voller Zuversicht. Und voller Irrtümer. Eine Erinnerung.

 Das Wetter: perfekt. Der Himmel blau, die Sonne strahlend. Die Stimmung: prima. Was soll jetzt noch schiefgehen? Die größten Hürden sind schließlich übersprungen; das Bundesverwaltungsgericht hat den Bau erlaubt. Das dabei erlassene Nachtflugverbot ist weggesteckt. Jetzt muss nur noch gebaut werden. Routine. Gut zwei Milliarden Euro sollte der neue Flughafen kosten – weniger als vergleichbare Projekte, wie es damals hieß. Inzwischen liegen die jüngsten Kostenschätzungen bei deutlich über fünf Milliarden Euro.

Vor zehn Jahren, am 5. September 2006, ahnten die rund 800 geladenen Gäste nichts davon. Sechs gut gelaunte Herren im adretten Anzug stachen ihre Spaten in den Sand, um den Baustart für den BER zu feiern, der damals noch den Arbeitstitel BBI trug. Damit auch alles klappte, hatten Bauarbeiter vorsorglich den Boden etwas aufgelockert, so dass der damalige Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft Klaus Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (alle SPD), Bahnchef Hartmut Mehdorn sowie Flughafenchef Rainer Schwarz und Technikchef Thomas Weyer wenig Mühe hatten, mit Schwung etwas Sand zur Seite zu schaufeln.

"Termingerecht und im Kostenrahmen"

Mit dem ersten Spatenstich sei nun klar, dass der BBI komme, sagte Wowereit voller Freude. Nun werde die öffentliche Hand beweisen, dass sie „termingerecht und im Kostenrahmen“ bauen könne. Der BBI sei mit seiner flexiblen Planung bestens geeignet, die verschiedenen Verkehrsarten aufnehmen zu können – Billigfluglinien, traditionelle Verkehre und neue Langstreckenflüge.

Platzeck wies darauf hin, dass die Gefahr bestanden habe, dass das Projekt scheitern könne. Er meinte damals aber den missglückten Privatisierungsversuch der Flughafengesellschaft und die juristischen Auseinandersetzungen mit den Anwohnern. Jetzt werde hier aber die Zukunft gebaut, jubelte der Ministerpräsident voll Zuversicht. Der Flughafen sei ein guter und verlässlicher Partner der Nachbarn. Mit dem erweiterten Lärmschutzprogramm gebe es hierfür eine gute Grundlage. Na ja. Den guten Lärmschutz mussten sich die Anwohner bekanntlich später einklagen.

BER wurde international zum Gespött

Auch Bundesverkehrsminister Tiefensee hatte eine Vision, die sich anders erfüllte als damals erwartet. Mit dem Spatenstich sende auch der Standort Deutschland das klare Signal, dass das Land im internationalen Wettbewerb die nötigen Projekte in Gang setzen könne, verkündete der Minister. Inzwischen ist der BBI/BER nur zum internationalen Gespött geworden."

 

WAZ 30.8.2016 - Fluglärm drückt die Immobilienpreise

"Zunehmender Fluglärm wirkt sich stärker auf den Wert von Immobilien aus als bisher angenommen. Laut einer aktuellen Studie, in der das Umfeld des Flughafens Düsseldorf untersucht wurde, verlieren die Häuser dort jährlich zwischen 7,2 und 24,6 Millionen Euro an Wert." ...

 

 

Der Tagesspiegel 25.8.2016 - BER verpasst nächste Teil-Genehmigung für 2017

"Auf der BER-Baustelle wird gearbeitet, doch der nächste interne Termin ist gerissen. Ein Start 2018 wird immer wahrscheinlicher - aber offiziell wird das wohl erst nach der Berlin-Wahl bekannt." ...

 

18.8.2016 - Berliner Zeitung - Flughafen BER Gemeinden fordern mehr Lärmschutz für Anwohner

"Der Schallschutz für die Anwohner des zukünftigen Hauptstadtflughafens BER könnte abermals teurer werden. Am Donnerstag stellte die Schutzgemeinschaft Umlandgemeinden ein Gutachten vor, das sie beim Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) in Auftrag gegeben hat. Demnach wurde der Bedarf an Schalldämmung für viele Häuser nicht korrekt ermittelt.

„Ich kann nur an die Flughafengesellschaft appellieren: Nehmen Sie das ernst“, sagte der Anwalt der Schutzgemeinschaft, Michael Hofmann. Er kündigte an, die Ansprüche sonst per Klage durchzusetzen. Zweimal gelang das bereits, und die Flughafengesellschaft musste nachbessern.

Schall dringt durch Ziegel

Die Fraunhofer-Experten haben drei wesentliche Schwachstellen in den sogenannten Anspruchsermittlungen identifiziert. So dringe der niedrigfrequente Anteil des Fluglärms sehr viel leichter durch viele Materialien – etwa Ziegeldächer –, als es in den Gutachten angenommen wird. Zudem sei nicht ausreichend berücksichtigt worden, in welchem Winkel der Schall einfällt. „Wir haben das an zwölf repräsentativen Häusern durchgerechnet. Die Fehler kommen fast überall vor“, sagte IBP-Chef Philip Leistner.

Eine weitere Schwachstelle: Bislang seien keine ausreichenden Maßnahmen vorgesehen, um Schimmelbefall in Häusern zu verhindern, in denen einige Räume gedämmt sind, andere aber nicht. „Dadurch entstehen kühlere Stellen an den Wänden, die feucht werden“, erklärte Leistner."

 

BUND Luftverkehrskonzept Berlin und Brandenburg - Eckpunkte für einen zukunftsfähigen und umweltverträglichen Luftverkehr

" Der Luftverkehr ist wegen seiner Klima- und Lärmbelastung das umweltschädlichste Transportmittel für Passagiere und Fracht. In der Region Berlin-Brandenburg lagen die Klimabelastungen des von hier „verursachten“ Luftverkehrs 2012 bei über 60% der gesamten Verkehrsemissionen. Der von Berlin ausgehende Luftverkehr hat eine höhere Klimawirkung als der städtische Straßenverkehr und ein Viertel der gesamten Berliner Klimabelastungen aus allen Bereichen. Laut Prognose, wächst der passagierbezogene Luftverkehr weiter um über 5% pro Jahr. Mit dem „Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg“ BER, derab 2018 die Altflughäfen Tegel (TXL) und später auch Schönefeld (SXF) ersetzen soll, wird weiter auf unbegrenztes Wachstum des Luftverkehrs gesetzt. Mehr als 35 Mio. Fluggäste sollen hier jedes Jahr starten und landen können und einige fordern bereits eine dritte Start- und Landebahn.
Mit dem Luftverkehrskonzept für die Region Berlin-Brandenburg bringt der BUND klima- und umweltgerechte Alternativen in die Diskussion ein. Das BUND-Konzept für Berlin/Brandenburg konzentriert sich auf Maßnahmen und Möglichkeiten der beiden Bundesländer zur Reduzierung des Luftverkehrs und der damit verbundenen Umweltprobleme, fordert aber auch nationale und internationale Initiativen."

BBBTV 21.4.2016 - Tatort BER, FBI ermittelt
Das ist ein Tatort, wie ihn das pralle Leben zeugt.

Die 250. Montagsdemo in Friedrichshagen bringt es an den Tag: Kriminelle Machenschaften am BER. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) ermittelt und klärt auf.

 

Grüne Fraktion Brandenburg 17.3.2016 - Kostendeckende Start- und Landeentgelte am Flughafen BER und Lärm- und Abgasrente für die AnwohnerInnen

"Nach einer Studie der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (pdf-Datei) im Brandenburger Landtag subventioniert die Öffentliche Hand durch zu niedrig angesetzte Start- und Landeentgelte für die Airlines den Flugverkehr an den Flughäfen Tegel und Schönefeld und verzichtet trotz hoher Verluste der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg GmbH (FBB) auf Einnahmen. Zudem führt die Kostenstruktur an beiden Flughäfen zu einer Ausweitung des umweltschädlichen innerdeutschen Billigflugverkehrs."
 

Ergebnis des Volksbegehrens gegen eine 3 BER-Startbahn am 18.2.0216 :

 

52.087 brandenburger Bürgerinnen und Bürger haben sich gegen eine 3. BER Startbahn ausgesprochen, obwohl der BER noch nicht einmal eröffnet hat.

Das Volksbegehren haben wir damit nicht geschafft, aber dennoch ist klar geworden, dass am falschen Flughafenstandort eine 3. Startbahn unakzeptabel ist. 

 

Teltow gegen Fluglärm e. V. - Erfolgreicher Aktionstag zum Volksbegehren am 12.2.1016 in Teltow -Eintragung im Rathaus noch bis einschließlich Donnerstag, den 18.2.2016 möglich
Am vergangenen Freitag hat der Verein „Teltow gegen Fluglärm e.V.“ einen Aktionstag unter dem Motto: „Feuer und Flamme Endspurt für das Volksbegehren gegen den Bau einer 3. Start und Landebahn am BER“ durchgeführt. Als Schirmherr der Veranstaltung hatte der Bürgermeister, Thomas Schmidt, dafür extra das Rathaus geöffnet.
In der Zeit von 15.00 bis 20.00 Uhr nutzten ca. 180 Einwohnerinnen und Einwohner die Möglichkeit, um sich für das Volksbegehren einzutragen. Vor dem Rathaus Teltow konnten sich die Bürger bei kostenlosen Getränken und Bratwurst über das laufende Volksbegehren informieren und an einer Tombola mit hochwertigen gespendeten Preisen teilnehmen. Für die Kinder wurde ein Laternenumzug organisiert und außerdem konnten noch zwei Pferde auf dem Marktplatz angefasst und bestaunt werden. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde das Holz in den aufgestellten Feuerschalen sowie Fackeln angezündet und alle Besucher konnten über dem Feuer Stockbrot backen. Die Freiwillige Feuerwehr Teltow war dankenswerter Weise mit neun Kräften vor Ort und hat die Feuer überwacht. Auch das Wetter spielte gut mit und bescherte allen Besuchern und letztlich auch den Veranstaltern einen angenehmen Aufenthalt.
Besonderer Dank des Vereins gilt folgenden Firmen, die die Veranstaltung durch großzügige Spenden ermöglicht und unterstützt haben: Selgros Stahnsdorf, Trattoria Toscana, Restaurant Böfflamott, Denns Biomarkt Zehlendorf, Kleine Augenweide Teltow, „iFitness-Club“ Oderstraße, Rewe Ruhlsdorfer Platz, Buchkontor Teltow, Wichtel Shop, Stadtreiter, Druckerei Grabow, Friseur Herzberg, Natur-House, Bäckerei Neuendorf.
Insgesamt kann auf eine gelungene Veranstaltung zurückgeblickt werden.

 

TKSTV.de 27.1.2016 - Staunen und diskutieren

"Staunen und diskutieren im Ernst-von-Stubenrauch-Saal des Teltower Neuen Rathauses. Der Verein „Teltow gegen Fluglärm e.V.“ informierte darüber, warum es so wichtig ist, das Volksbegehren gegen eine 3. Startbahn zu unterstützen."

 

Pressemitteilung Stimme gegen Fluglärm 15.1.2016 -  „Ein Erfolg für die direkte Demokratie in Brandenburg!“

Volksbegehren gegen BER-Ausbau ist durch gutes Abschneiden des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung motiviert
"Der Erfolg des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung löste beim Volksbegehren gegen die 3. BER-Startbahn Begeisterung aus. „Direkte Demokratie kann trotz der sehr hohen Hürden auch in Brandenburg funktionieren. Das macht uns Mut für unseren Endspurt“, so Stefanie Waldvogel, eine der Initiatoren des Volksbegehrens gegen den BER-Ausbau.
Nur noch bis zum 18. Februar 2016 können Brandenburgerinnen und Brandenburger ab 16 Jahren sich am Volksbegehren gegen den BER-Ausbau beteiligen. Die Eintragungslisten liegen in den Rathäusern aus. Auf der Seite www.stimme-gegen-fluglärm.de können die Briefwahlunterlagen ebenfalls bequem angefordert werden. Betroffene Anwohner und Umweltinitiativen wollen den künftigen Flughafen Schönefeld auf zwei Start- und Landebahnen beschränken und eine maximale Kapazität von 360.000 Flugbewegungen im Jahr festschreiben.
Von der Erweiterung des Flughafens befürchten die Kritiker eine Verdoppelung der bislang geplanten Flugbewegungen und damit noch mehr Fluglärm und eine höhere Umweltbelastung.!

 

Offener Brief aus Teltow 13.1.2016 von Herrn Hans-Jürgen Seifert - An den Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg Herrn Ingo Senftleben BER bereits heute vorausdenken

"Sehr geehrter Herr Senftleben,
als zukünftig vom Fluglärm betroffener Bürger Teltows möchte ich zum Positionspapier der
CDU-Fraktion zum BER Stellung nehmen.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass der Bau des BER in der vorgesehenen Form an diesem
Standort nach dem vorangegangenen Raumordnungsverfahren und dem Konsensbeschluss
zwischen Bund, Berlin und Brandenburg vom 28.05.1996 nur auf Grund der vorangegangenen Reduzierung auf zwei Start- und Landebahnen erfolgt ist!
Die Entscheidung für Schönefeld als Standort wurde entgegen der Beurteilung durch das vorangegangene Raumordnungsverfahren getroffen.
Das ursprüngliche Flughafenkonzept eines Großflughafens und internationalen Drehkreuzes
mit vier Start- und Landebahnen und mit bis zu 60 Millionen Passagieren wurde so weit
reduziert, dass es mit dem bevölkerungsreichen Standort Schönefeld kompatibel erschien.
Im Planfeststellungsverfahren wurde dann ein Flughafen für den regionalen Bedarf mit
internationaler Anbindung und ca. 360.000 jährlichen Flugbewegungen genehmigt.
Auch der Hinweis von Staatssekretär Lütke Daldrup aus Berlin ist da wenig hilfreich, dass in
London-Heathrow mit nur zwei Start- und Landebahnen jährlich 68 Millionen Passagiere
befördert werden können.
Die Ausweitung des Flugverkehrs am Standort BER wird zukünftig unweigerlich dazu führen,
dass viele hunderttausend Menschen im Umfeld des Flughafens in Brandenburg und im
Süden Berlins massiv von Fluglärm belastet werden und dies auch zu schweren gesundheitlichen Problemen führen wird. Die aktuellen Forschungsergebnisse der Lärmwirkungsforschung bestätigen dies.
Die tatsächliche und weiter zu erwartende Bevölkerungsentwicklung in Brandenburg (im
„Speckgürtel“ Berlins) und in Berlin lässt eine zukünftige weitere Ausweitung des
Flugverkehrs am Standort des BER aber nicht zu. Auf die gesamte bisher sehr lebenswerte
Region wird die Ausweitung des Flugverkehrs verheerende Auswirkungen haben.
Ich möchte hier auch klarstellen, dass ich kein grundsätzlicher Fluggegner bin.
Sicherlich braucht die Metropolenregion einen leistungsfähigen Flughafen, aber eine Ausweitung an dem Standort des BER ist menschenfeindlich und unter Berücksichtigung der ursprünglichen Kriterien der Standortentscheidung unzulässig.
Die Ansiedlung von Industriebetrieben in der Nähe von Berlin und die damit verbundene Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze ist natürlich wünschenswert und richtig. Aber auch bei einem neuen Flughafenstandort, der 40 bis 50 km entfernt liegt, ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung aufgrund der Anziehungskraft der Hauptstadt Berlin fortsetzt.
Im internationalen Vergleich werden neu zu errichtende Flughäfen heutzutage weit entfernt
von den jeweiligen Metropolen errichtet.
Was folgt daraus?
Die Forderung an die Politik: Ja, bereits jetzt vorausdenken, aber über Alternativen nachdenken, zukunftsfähige Standorte für einen Flughafen in unserer Metropolenregion prüfen und planen.
Das neue Konzept Ihrer CDU-Fraktion blendet leider diese Gesichtspunkte völlig aus und ist
somit aus meiner Sicht auch nicht zukunftsfähig!
 
Hans-Jürgen Seifert, Teltow"

 

PNN 12.1.2016 - Volksbegehren gegen eine dritte Startbahn am BER - Keine Sensation zu erwarten

"BER-Kritiker aus Potsdam-Mittelmark mobilisieren alle Kräfte im Kampf gegen die dritte Startbahn für den neuen Flughafen. An den Erfolg glauben sie aber kaum.

Teltow - Noch hat kein Flugzeug vom neuen BER abgehoben. Doch schon heute mobilisieren Flughafen-Gegner alle Kräfte, um einen weiteren Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens mit einer dritten Startbahn zu verhindern. An den Erfolg glauben sie allerdings kaum noch. Zu groß seien die wirtschaftlichen Interessen, zu hoch die Hürden, die sich mit einem Volksentscheid verbinden.

„Wir haben sehr viele Unterstützer, aber viele Menschen sagen auch: Das bringt doch nichts“, weiß etwa Antje Aurich-Haider, Vorsitzende des Vereins „Teltow gegen Fluglärm“. Sie gibt den Zweiflern Recht. Das Brandenburger Volksabstimmungsgesetz „hänge die Früchte unerreichbar hoch“. Nach einer Volksinitiative im ersten Schritt soll das derzeit laufende Volksbegehren den Weg zum Volksentscheid ebnen, mit dem eine dritte BER-Startbahn verhindert und die Zahl der Flugbewegungen auf 360 000 pro Jahr begrenzt werden soll.

Volksentscheid wäre eine kleine Sensation

Sollten es die Umwelt- und Bürgerinitiativen schaffen, die erforderlichen 80 000 Stimmen für das Volksbegehren zusammenzutragen, grenze ein Erfolg des Volksentscheides dennoch an eine kleine Sensation. Denn angenommen ist das Gesetzesvorhaben erst, wenn mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmen – 500 000 Menschen, sagt Aurich-Haider. Bei der letzten Landtagswahl konnten SPD und Linke 498 380 Stimmen auf sich vereinen. „Wenn die Landesregierung an sich die gleichen Anforderungen stellen würde wie an ein Volksbegehren, wäre sie nicht beschlussfähig“, moniert sie.

Bei 250 000 Menschen, die im Flughafenumfeld leben und von der Lärm- und Abgasbelastung am stärksten betroffen sind, müssen die Initiativen auf Zustimmung sehr vieler Menschen hoffen, die keinen Schaden durch den BER nehmen. Auch das Prozedere erschwere den Prozess. So sei es etwa in Brandenburg nicht möglich, Unterschriften für ein Volksbegehren auf der Straße zu sammeln, wie etwa in Berlin. Die Brandenburger müssen dazu in eine Behörde oder ihre Stimme per Briefwahl abgeben.

Druck auf die Landesregierung

Trotzdem setzt gerade die Initiative „Teltow gegen Fluglärm“ gegenwärtig alle Hebel für das Volksbegehren in Bewegung. Der Druck auf die Landesregierung müsse aufrechterhalten werden, erklärt Aurich-Haider. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht aufgeben. Es geht um unsere Interessen und die unserer Kinder.“ Zum Jahreswechsel hat der rund 500 Mitglieder zählende Verein 40 Spruchbanner an Teltower Zäune gehängt, in diesen Tagen sollen weitere 35 folgen.

Die Region Teltow werde besonders von den Fliegern des neuen Flughafens betroffen sein, so Aurich-Haider. Teltow und sein Umland befinden sich in einem breiten Korridor einer der geplanten Linien, der ab 1500 Metern Flughöhe von den Piloten ausgenutzt werden könne. „Die festgesetzten Routen existieren nur auf dem Papier“, glaubt Vereinsvize Hans-Jürgen Seifert. Nicht nur bei schlechtem Wetter und schlechter Sicht sei mit Abweichungen zu rechnen.

Kein Lärmschutz für Teltow

Nach dem Teilerfolg der am stärksten vom Flugverkehr des BER betroffenen Gemeinde, Blankenfelde-Mahlow, vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat sich die Situation für Teltow zudem verschärft. Das Gericht erklärte eine der Flugrouten nachts für rechtswidrig. Auf der Alternativroute rücken die Flieger an Teltow heran. „Nun drohen die Maschinen nachts über Teltow zu fliegen und keiner bekommt Lärmschutz, da sich aus dem Planfeststellungsbeschluss kein Anspruch herleitet“, klagt Aurich-Haider.

Zum weiteren Problem könnte die Wannseeroute werden, die unmittelbar an Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf vorbeiführt. Zwar hatte auch hier das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zunächst die Festlegung der Flugroute als rechtswidrig beanstandet, weil Risiken beim Überflug des Forschungsreaktors auf dem Helmholtz-Gelände in Wannsee nicht ausreichend analysiert worden waren. Später gab das Bundesverwaltungsgericht die Sache aber ans Oberverwaltungsgericht zurück. Ein Gutachten soll nun klären, wie hoch das Risiko ist, dass im Falle eines Flugzeugabsturzes oder Terroranschlags der Reaktor beschädigt und Strahlen freigesetzt werden könnten. Die endgültige Entscheidung über die Route steht also aus.

Aktivisten befürchten Lärm und Feinstaub

Eine dritte Startbahn, so befürchten die Aktivisten, würde unabhängig davon mehr Flugbewegungen, Lärm, Feinstaub und Beeinträchtigungen für Bewohner bedeuten. Schon jetzt rechnen die Initiativen vor Ort mit etwa 1000 Flügen pro Tag. Wird die dritte Startbahn gebaut, werde sich die Zahl der Flugbewegungen auf bis zu 600 000 pro Jahr fast verdoppeln, befürchten die Kritiker.

In den unmittelbaren Umlandgemeinden des Flughafens ist die Beteiligung am Volksbegehren hoch. Schon kurz nach dem Start seien der Gemeinde Schönefeld die Briefumschläge ausgegangen, hieß es. In Teltow sei die Nachfrage gut und konstant, so Stadtsprecherin Andrea Neumann. Das Rathaus hatte die Initiative mit Sondereintragungszeiten, etwa zum Tag der offenen Höfe oder zum Weihnachtsmarkt, unterstützt. Konkrete Zahlen konnte Neumann jedoch nicht nennen.

Schätzungsweise 40.000 Stimmen gesammelt

Die Bürgerinitiative Kleinmachnow ist laut ihrem Sprecher, Bernd Reimers, mit dem bisherigen Verlauf des Volksbegehrens indes unzufrieden. Laut Rathaus-Angaben wurden dort bisher rund 1800 Stimmen erfasst. Halbzeitzahlen wurden bisher vom Landeswahlleiter nicht herausgegeben, die Initiatoren des Volksbegehrens können sich nur auf Schätzungen stützen. Der Sprecher der Initiative „Stimme gegen Fluglärm“, Alexander Fröhlich, geht derzeit von etwa 40 000 gesammelten Stimmen aus. Seiner Ansicht nach gehe es nur noch um einen Achtungserfolg.

Noch beteuert die Landesregierung zwar, keine dritte Startbahn zu wollen. Aus Sicht der Initiativen sei ein solches Lippenbekenntnis aber nicht viel wert. So warte auch das letzte Volksbegehren zum Nachtflugverbot, das die Brandenburger Landesregierung 2013 angenommen hat, auf seine Umsetzung. Zudem stehe schon fest, dass der Airport zu klein konzipiert ist."

  

Protokoll Fluglärmkommission Berlin Schönefeld vom 6.7.2015 S. 4ff - Top 7 Nordumfliegung Mahlow-Blankenfelde 22-6 Uhr

Bitte lesen Sie das Protokoll selber.

Die Auffassung von "Teltow gegen Fluglärm e. V. ":

Wir fordern nach wie vor das Nachtflugverbot von 22-6 Uhr an deutschen Flughäfen.

Der Schutz der Bevölkerung vor nächtlichem Fluglärm, welcher in besonderem Maße unsere Gesundheit und die unserer Kinder gefährdet ist höher zu bewerten, als wirtschaftliche Interessen von Airlines.

Wenn zukünftig 22-6 Uhr die Alternative 4 vom BER aus geflogen wird, wird die maximale Anzahl von Mitbürgerinnen und Bürgern um ihren Schlaf gebracht.

Der Vorstand "Teltow gegen Fluglärm e. V."

 

TKSTV- Teltow gegen Fluglärm - ein Interview aus dem August 2015

 

Potsdamer Neueste Nachrichten 14.7.2015 - Mehr Lärm für Teltows Süden

Neue BER-Nachtflugroute erzürnt Fluglärmgegner. Betroffene wollen klagen

"Teltow - In den Nächten wird es laut werden über Teltows Süden. Davon ist Antje Aurich-Haider von der Teltower Bürgerinitiative gegen Fluglärm überzeugt. „An eine durchgehende Nachtruhe wird dann nicht zu denken sein, wenn die Flugroute so kommt“, sagt Aurich-Haider den PNN.

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg im Jahr 2013 die Nachtroute über Blankenfelde-Mahlow für rechtswidrig erklärt hatte, war die Befürchtung bei den Anwohnern im Umfeld des künftigen Berliner Großflughafens BER groß, dass der nächtliche Fluglärm verlagert wird. Die Fluglärmkommission des BER hat nun am 6. Juli die alternative Flugroute 4 für Starts von der Nordbahn empfohlen. Allein in der Region Teltow werde es Aurich-Haider zufolge, die sich seit fünf Jahren in der Initiative engagiert, 40 000 bis 60 000 Menschen betreffen. Womöglich seien noch mehr Menschen betroffen, je nach genauem Routenverlauf.

Aurich-Haider kritisiert vor allem, dass die nächtliche Flugroute so weit in den Westen reicht. „Dass insbesondere in der Nacht der Fluglärm unnötigerweise so weit nach Lichtenrade und Teltow verlegt wird, ist unfassbar“, kommentiert die Vorsitzende der Bürgerinitiative in einer Stellungnahme die Empfehlung der Fluglärmkommission. Da beim BER nachts nur eine Startbahn benutzt werde, könne ein engerer Bogen um Blankenfelde-Mahlow geflogen werden. „Das bestätigte uns auch die Deutsche Flugsicherung“, so Aurich-Haider. „Durch die jetzige Variante sind viel mehr Menschen betroffen.“

Die BI-Vorsitzende befürchtet, dass von den Korridoren abgewichen wird, wenn es dem flüssigen Flugverkehr dienlich ist. Ein Flug ist gewissen Ungenauigkeiten unterworfen. Wetter, Gewicht oder Flugzeugtyp beeinflussen die Höhe und Breite des Flugkorridores. Je weiter der Korridor von der Startbahn entfernt ist, desto breiter wird er, bis zu drei Kilometer. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass manche Flieger eine Flugfreigabe unterhalb von 10 000 Fuß erhalten. So könnten sie bereits früher von den festgelegten Flugrouten abweichen. „Wenn der Verkehrsablauf flüssig und wirtschaftlich ablaufen soll, kann das passieren“, sagt Aurich-Heider.

Die Stadt Teltow unterstützt die zahlenmäßig größte Bürgerinitiative des Landes gegen Fluglärm. Mehr als 530 Mitglieder und Betroffene engagieren sich im Verein. Wenn es aber darum geht, die Flugrouten einzuhalten, verweist die Verwaltung auf die Deutsche Flugsicherung. Auch zur möglichen Lärmbelastung könne noch keine Angabe gemacht werden. „Eine Lärmbelastung kann erst nach Inbetriebnahme festgestellt werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Auf die künftig vom Fluglärm betroffenen Einwohner Teltows können unter Umständen gesundheitliche Probleme zukommen. Ab 50 Dezibel wird der Schlaf unterbrochen, so Aurich-Haider. „Bei 60 Dezibel haut’s die Leute aus den Betten.“ Zudem mache der Lärm krank. Diverse Studien bestätigen, dass Fluglärm vor allem zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. „Generell muss man davon ausgehen, dass nächtlicher Fluglärm mit erheblich größeren Beeinträchtigungen der Gesundheit einhergeht als Fluglärm am Tage“, heißt es im Abchlussbericht zum nächtlichen Fluglärm des Umweltbundesamtes von 2010.

Obwohl am neuen Flughafen ein Nachtflugverbot herrschen soll, können Flugzeuge zwischen 22 und 24 Uhr und ab 5 Uhr starten und landen. „An ruhigen Schlaf ist da nicht zu denken“, sagt Aurich-Haider. Die Bürgerinitiative will jetzt verstärkt in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf aktiv werden, um auf die neue Situation hinzuweisen. „Gemeinsam mit den Gemeinden werden wir überlegen, welche Klagemöglichkeiten wir haben.“"

 

Märkische Allgemeine Zeitung 10.7.2015 - Bürgerinitiative kritisiert Empfehlung der Fluglärmkommission scharf Neue Nachtroute sorgt für Unruhe in Teltow

"Die Fluglärmkommission hat für die nächtlichen Starts von der Nordbahn des künftigen Airports BER eine Flugroute in Richtung Westen empfohlen, die näher an Teltow heranrückt. Das sorgt dort für erhebliche Unruhe. Scharfe Kritik kommt von der Bürgerinitiative „Teltow gegen Fluglärm“.

Die Empfehlung der Fluglärmkommission, die Abflüge von der Nordbahn des künftigen Flughafens BER in der Nacht auf einem nördlich von Blankenfelde-Mahlow befindlichen Korridor in westliche Richtungen zu führen, hat in Teltow erhebliche Unruhe ausgelöst. Für Starts in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sei damit empfohlen worden, die nächtliche Flugroute direkt an Teltow entlang zu führen, kritisiert die Bürgerinitiative „Teltow gegen Fluglärm“. Damit sei die Route mit den meisten Lärmbetroffenen gewählt worden, obwohl gerade in der Nacht eigentlich eine Route mit den wenigsten Lärmgeschädigten genutzt werden müsste, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

Antje Aurich-Haider, Vorstandsvorsitzende von „Teltow gegen Fluglärm“, kommentierte die Empfehlung der Kommission so: „Dass insbesondere in der Nacht der Fluglärm unnötigerweise soweit nach Lichtenrade und Teltow verlegt wird, ist unfassbar.“ Zwischen 22 und 6 Uhr könnte praktisch jede Kurve nördlich um Blankenfelde-Mahlow geflogen werden, da keine unabhängigen Starts notwendig seien, sagte sie. Und: „Wir werden unsere Teltower Mitbürgerinnen und Mitbürger über diese Situation informieren und rechnen spätestens mit Eröffnung des BER mit einem Proteststurm der Betroffenen. Einstweilen werden wir weitere Schritte sorgfältig abwägen“, so Antje Aurich-Haider.

Diese von der Teltower Initiative scharf kritisierte Nachtroute ist ins Spiel gekommen, nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die geplante Nachtflugroute über die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow für rechtswidrig erklärt hat und damit eine Nordumfliegung dieser Kommune bestätigte.

Umfliegen die Maschinen sie im Norden, rückt allerdings die Flugroute automatisch auch näher an Teltow heran. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) kann den Unmut der Fluglärmgegner verstehen. Er verweist aber auch darauf, dass die Fluglärmkommision ihre Empfehlung für die neue Route mit einer klaren Forderung verbunden hat. „Wir haben nur zugestimmt unter der Maßgabe, dass eine Flugfreigabe erst ab einer Höhe von 10 000 Fuß erfolgt“, sagte Schmidt.

Soll heißen: Erst wenn die Flugzeuge die genannte Höhe erreicht haben, dürfen sie ihre Spur verlassen. „Die 10 000 Fuß werden erst hinter Potsdam erreicht“, sagte Schmidt der MAZ. Bis dahin gilt ein enger Korridor. Halten sich die Fluggesellschaften an die Maßgabe, würden sie laut Bürgermeister südlich der Ortslage Teltow vorbeifliegen.

Er sprach von dem im Moment geringeren Übel. „Ohne diese Mindestforderung könnten die Flugzeuge schon ab 5000 Fuß den Korridor verlassen. Das hätte Teltow richtig getroffen. Das wäre der schlimmste anzunehmende Fall gewesen“, so Schmidt, der noch hinzufügte: „Wir müssen streng darauf achten, dass diese Maßgabe auch eingehalten wird. Sonst haben wir nachts einen Lärmteppich über der Stadt.“

Die Stunde der Wahrheit komme freilich erst mit der Inbetriebnahme des Flughafens. „Alles was jetzt ist, ist Prognose“, so Schmidt. Eine offene Frage ist zum Beispiel, ob sich die Fluggesellschaften an Maßgaben der Fluglärmkommission halten. Teltows Bürgermeister versicherte, „dass wir in der Fluglärmkommission nach wie vor bemüht sind, miteinander so zu sprechen und zu verhandeln, dass am Ende eine möglichst geringe Fluglärmbelastung für die Bevölkerung entsteht“."

 

Pressemitteilung Teltow gegen Fluglärm e.V " 7.7.2015 - Ab BER Eröffnung: schlaflos in Teltow

Am 6. Juli 2015 hat die Fluglärmkommission BER für die nächtlichen Starts von
22-6 Uhr von der Nord-Bahn empfohlen, direkt an Teltow entlang die Flugroute für
die Nacht zu legen. Damit wurde die Flugroute mit den meisten Lärmbetroffenen
gewählt. Insbesondere in der Nacht muss jedoch die Flugroute mit den wenigsten
Lärmgeschädigten gewählt werden.

 „Nachts kann praktisch jede Kurve nördlich um Blankenfelde-Mahlow geflogen
werden, da keine unabhängigen Starts notwendig sind. Das insbesondere in der
Nacht der Fluglärm unnötigerweise soweit nach Lichtenrade und Teltow verlegt
wird ist unfassbar.“, kommentiert Antje Aurich-Haider Vorstandsvorsitzende von
„Teltow gegen Fluglärm e. V.“ die Empfehlung der Fluglärmkommission.

 Quelle Karte: DFS

"Wir werden unsere Teltower Mitbürgerinnen und Mitbürger über diese Situation
informieren und rechnen spätestens mit Eröffnung des BER mit einem Protest-Sturm
der Betroffenen. Einstweilen werden wir weitere Schritte sorgfältig abwägen.",
so ihr Ausblick.

 

Berliner Mogenpost 29.5.2015 - Neue Flugrouten des BER bedeuten Lärm für Berlins Südwesten

"Die Gemeindevertretung Blankenfelde-Mahlow spricht sich für eine Nordkurve bei Weststarts vom BER aus. Diese Änderung der Flugrouten hätte Folgen – auch für Berlin.

Der Streit um die Flugrouten vom künftigen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld ist im Berliner Südwesten ist neu entflammt. Vor allem im Berliner Südwesten wachsen die Ängste, stärker als bislang angenommen von Fluglärm betroffen zu sein.

Auslöser ist ein Beschluss der Gemeindepolitiker von Blankenfelde-Mahlow, die sich am Donnerstagabend mit einer knappen Mehrheit dafür aussprachen, startende Flugzeuge am späten Abend und frühen Morgen nördlich am Ort vorbei zu lenken. Alexander Fröhlich, Referent des Bürgermeisters Ortwin Baier (parteilos): "Wir wollen eine Entlastung der Bürger in Blankenfelde-Mahlow erreichen." Fröhlich verwies auf eine Gutachten der Deutschen Flugsicherung, das ebenfalls eine solche Nordkurve nach dem Start Richtung Westen empfiehlt. Sowohl in der Fluglärmkommission, als auch bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) soll nun auf eine Änderung der bisher geplanten Routen hingearbeitet werden.

Eine solche Nordkurve hätte allerdings deutliche Auswirkungen auf andere Gemeinden und den südlichen Berliner Stadtrand. Die Bewohner von Mahlow-Nord, auch von Lichtenrade, die bei der bisherigen Verkehrsführung von den Geräuschen startender Düsenjets weitgehend verschont wurden, müssten zumindest zeitweilig mit ohrenbetäubendem Krach rechnen. Dagegen wehrt sich die Bürgerinitiative Lichtenrade/Mahlow-Nord mit Vehemenz.

Teilerfolg vor Gericht

Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzung ist der Kampf, den die Gemeinde bereits seit vielen Jahren gegen die Deutsche Flugsicherung und des Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) führt. Die Bundesinstitutionen sind zuständig für die Festlegung der Flugverfahren, die bei Starts und Landungen für die Piloten bindend sind. Für den BER wurden die Flugkorridore im September 2010 durch die DFS verkündet und durch das BAF im Januar 2011 rechtsverbindlich bestätigt. Seither wehren sich fast die Bewohner faktisch alle Anrainer-Gemeinden des BER, aber auch die im Berliner Süden gegen die Routen mit allen politischen und juristischen Mitteln.

Blankenfelde-Mahlow ist bisher die einzige Gemeinde, die vor Gericht zumindest einen Teilerfolg erzielen konnte. Konkret bei der Route, die den Piloten bei sogenannten Geradeausstarts von der BER-Nordbahn bei Westwind zugewiesen werden soll. Die Nordbahn ist eine von zwei Start- und Landebahnen, über die der Flugverkehr am BER abgewickelt werden soll. Weil beide Pisten weit genug voneinander entfernt liegen, können diese – anders als etwa die beiden Startbahnen in Tegel – gleichzeitig betrieben werden.

Vier Alternativen zu Planungen vorgestellt

Die Bewohner von Blankenfelde-Mahlow, das nur wenige Kilometer vom BER entfernt liegt, sehen sich vom Fluglärm besonders stark betroffen. Wird doch der Ort sowohl bei Starts, als auch Landungen überflogen, was zu einer Lärm-Dauerbelastung führt. Das sahen schließlich auch die Richter des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg so, als sie im September 2013 die Geradeausstartrouten von der BER-Nordbahn, die die Flugzeuge direkt über den Ortskern leitet, zumindest von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens – den sogenannten Tagesrandzeiten - für ungültig erklärten. Die lärmgestressten Ortsbewohner sollten wenigstens die Chance auf eine halbwegs geruhsame Nachtruhe bekommen, hieß es. Die Richter beauftragten daraufhin Flugsicherung und Bundesaufsichtsamt, für die BER-Nordbahn eine neue Startroute zu finden und festzusetzen.

Im Februar stellte die DFS der Fluglärmkommission für Schönefeld vier Alternativen vor. Allen gemeinsam ist, dass die Flugzeuge direkt nach dem Start vom BER eine mehr oder minder stark ausgeprägte Kurve Richtung Nordwesten fliegen, um danach weiter im Geradeausflug zu steigen. Die Ausweichrouten rücken dabei Stück für Stück an die Berliner Stadtgrenze sowie die Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf heran. Die Gemeindevertreter von Blankenfelde-Mahlow stimmten nun für Alternativroute 4, bei der die Düsenjets vom Ortskern aus gesehen am weitesten nördlich vorbeigeführt werden. Doch was des einen Freud, ist oft des anderen Leid. So auch in Blankenfelde-Mahlow: Nun werden Tausende Bewohner des Ortsteils Mahlow-Nord, oftmals Zugezogene aus Berlin, vom Fluglärm betroffen sein. Entsprechend groß ist nun der Aufschrei der Empörung.

Fluglärmkommission berät Anfang Juli

Die Befürworter der Route 4 argumentieren vor allem damit, dass bei dieser Variante insgesamt die geringste Zahl an Bewohner dem besonders schwer erträglichen Lärmpegel von mehr als 50 Dezibel ausgesetzt sind. Die Zahl der Betroffenen nehme um 2873 ab, heißt es in einer Analyse der DFS.

Das Votum der Gemeindevertreter ist noch keine Entscheidung. Sie soll als Position in die Fluglärmkommission eingebracht werden, die das nächste Mal am 6. Juli tagt. Vertreter von Deutscher Flugsicherung und Bundesaufsichtsamt verweisen wiederum auf die ausstehende Beratung der verschiedenen Varianten in der Kommission. Wie lange der Abwägungsprozess dauern wird, sei derzeit schwer zu sagen, so die Sprecherin des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung Kerstin Weber."

Anm.: hier die Orginalinformationen Abflugverfahren Nordbahn, Westverkehr, Nacht


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E-Mail: buero@teltowgegenfluglaerm.de